Räuberbahn Altshausen – Ostrach – Pfullendorf mit Innovationspreis ausgezeichnet

Sonderpreis für die Stadt Pfullendorf als kommunales Eisenbahninfrastrukturunternehmen und den Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund

Das Gesamtkonzept der Räuberbahn Altshausen – Ostrach – Pfullendorf wurde bei der Verleihung des 9. Innovationspreises ÖPNV des Landes Baden-Württemberg am 14.03. in Freiburg mit einem Sonderpreis prämiert.

 

Der Sonderpreis ging an die Stadt Pfullendorf als kommunales Eisenbahninfrastrukturunternehmen und den Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund. Der Preis zeichnet die Wiederbelebung der „Räuberbahn“ für den Freizeitverkehr aus. Das innovative Gesamtkonzept umfasst Infrastruktur, Marketing und Verkehr und lässt Fahrgäste mit steigendem Erfolg um- und einsteigen.

Preisübergabe an die Macher der Räuberbahn

Die Macher der Räuberbahn haben am Donnerstag, den 14. März in Freiburg auf dem Innnovationskongress einen Sonderpreis von Gerd Hickmann, Leiter der Abteilung Öffentlicher Verkehr im Verkehrsministerium Baden-Württemberg, entgegengenommen. „Der Landesregierung ist es ein zentrales Anliegen, Bahnen und Busse zu stärken und mehr Fahrgäste zu gewinnen. Dazu braucht es Qualität und Innovationen“, so Gerd Hickmann bei der Überreichung der Ehrenurkunde und des Schecks über 1.000 Euro Preisgeld.

Frank von Meissner, Eisenbahnbetriebsleiter der Regionalen Bahn Altshausen – Ostrach – Pfullendorf bei der Preisverleihung: „Die Saat, die wir vor vielen Jahren ausgebracht haben, geht nun auf: Die Fahrgastahlen in den Ausflugszügen steigen deutlich an und inzwischen konnte auch ein regelmäßiger Güterverkehr etabliert werden“. Ein Faktor für den Erfolg sei die enge und vorbildliche Zusammenarbeit aller Akteure aus Kommunen, Tourismus und Verkehrsbranche, so von Meißner. Thomas Kugler, Bürgermeister der Stadt Pfullendorf, sieht in der Wiederbelebung der Eisenbahn einen wichtigen Standortfaktor für Tourismus, Industrie und Gewerbe.

„Im Mittelpunkt des Marketingkonzepts steht die Räuberbahn als Wort-Bild-Marke mit dem Ziel, die regionale Verbundenheit zum Ausdruck zu bringen und eine Identifikation der Bürger und Fahrgäste mit der Region und ihrer Bahn herzustellen. Der gesamtheitliche Ansatz aus vielen Einzelbausteinen wie Sonderfahrten, Räuber im Zug, freundliche Zugbegleiter, ein gastronomischer Service und vieles mehr soll die Zugfahrt positiv erlebbar machen. Wir haben noch vieles vor und sind aufgrund der Auszeichnung nun erst richtig motiviert“, so Bernd Hasenfratz, Prokurist des Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund aus Ravensburg im Rahmen der Preisübergabe.

Die Räuberbahn – ein preisgekröntes Erfolgskonzept

Die „Räuberbahn“ startete im Mai 2018 als neues Marketingkonzept und mit einem deutlich ausgeweiteten Fahrplanangebot an allen Sonn- und Feiertagen zwischen 1. Mai und Mitte Oktober. Es verkehren jeweils drei Zugpaare auf der vor genau 10 Jahren reaktivierten Bahnstrecke Pfullendorf-Ostrach-Altshausen. Entlang der Strecke wurde ein hochwertiges Freizeitangebot insbesondere für Wanderer und Radfahrer entwickelt, das vielfältige Informationen zu der reizvollen Gegend im Hinterland des Bodensees bietet. Ausgearbeitet hat das Erfolgskonzept eine Arbeitsgruppe bestehend aus Vertretern des Eisenbahnbetriebs, der Anliegerkommunen, der Tourismusorganisation Nördlicher Bodensee, des bodo-Verkehrsverbunds. Als Kreativpartner für die Umsetzung könnte mit der Agentur 4R form & funktion GmbH ein erfahrener Partner gewonnen werden.

Kernelemente des Erfolgs sind:

Räuber an Bord

Der Schauspieler und Sänger Michael Skuppin alias "Räubernachkomme Max Elsässer" lädt ein zu spannenden Geschichten von Räuberbanden, die zwischen Aulendorf und Pfullendorf einst ihr Unwesen trieben. Die Fahrgäste sind einmal im Monat eingeladen, diese Geschichten hautnah im Zug zu erleben.

Aufwertung der Haltepunkte

Einen Schwerpunkt bildete die touristische Aufwertung der Haltepunkte. Um eine hohe Aufenthaltsqualität zu bieten, wurden Sitzgelegenheiten mit integriertem Wetterschutz und Informationsmöglichkeiten entwickelt. In ihrem unverwechselbaren Design bietet die wettergeschützte Sitzbank ausführliche touristische Informationen zur Bahn und zur Umgebung z.B. in Form einer ansprechenden Streckenkarte mit Informationen zu Ausflugszielen und Touren in der näheren Umgebung.

Neue Webseite

Die Webseite www.räuberbahn.de ist die interaktive Informationsplattform für Fahrpläne und Tarife, bietet aber im Sinne eines Freizeitportals noch vieles mehr, wie z.B. eine Übersicht aller Ausflugsziele, zahlreiche Wander- und Radtouren entlang der Bahnstrecke, eine Veranstaltungsübersicht zu Events in den Zügen oder entlang der Bahnstrecke, aber auch über historische Hintergründe zur Bahnlinie.

Freundliche Zugbegleiter

In allen Züge ist ein Zugbegleiter dabei, der gerne bei Fragen mit Rat und Tat zur Verfügung steht – sei es beim Verladen von Fahrrädern oder als Ideengeber für Ausflugstipps. Selbstverständlich sind Fahrscheine auch an Bord aufpreisfrei erhältlich. Zudem können im Zug Snacks und Getränke erworben werden.

Ausblick auf die Saison 2019

Die Vorbereitungen für die Saison 2019 laufen bereits auf Hochtouren. Nach langjähriger Vorbereitung kann in wenigen Wochen endlich der Bau des Haltepunkts in Hoßkirch beginnen, dessen Eröffnung noch in der zweiten Jahreshälfte angestrebt wird. Für die Fahrgäste wird es 2019 ein buntes Unterhaltungsprogramm wie z.B. Eselausritte ab Burgweiler oder eine Räuberführung für große und kleine Gruppen geben. Die Details werden kurz vor Saisonstart Ende April bekanntgegeben.

 

Foto: Frank von Meissner (links) und Bernd Hasenfratz (rechts) bei der Preisverleihung am 14.03. anlässlich des 9. Innovationskongresses ÖPNV des Landes Baden-Württemberg in Freiburg

Bildquelle: Iwan Foto/Ministerium für Verkehr BW